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1. Die Geschichte von Heaven’s Gate
Heaven’s Gate war eine kleiner Sekte in Ranch Santa Fe, San Diego, Kalifornien, der, wie es in Amerika üblich ist, da äußerste Glaubensfreiheit durch die Verfassung garantiert wird, keinerlei weitere Beachtung geschenkt wurde. Doch diese Sekte hat sich in ihrem Glauben, durch den größten Massenselbstmord in der Geschichte Amerikas, selber befreit und somit sich alle selber erlöst.
Diese Sekte gründete ein ehemaliger Musiklehrer namens Marshall Herff Applewhite anfangs der 70er Jahre, zusammen mit seinem Partner Bonnie Lu Trusdale Nettles, der 1985 verstarb. Diese Gruppe hatte teilweise über 200 Mitglieder (1975), doch stand sie kurz vor dem Ende, als nur noch 22 Anhänger in Rancho Santa Fe ihrem Glauben folgten.
Diese Sekte fiel niemals schlecht auf, obwohl sie teilweise mal vom Staat beobachtet wurden und ihren Selbstmord schon prophezeiten. Sie wandten sich immer an die Außenwelt, über das Internet, Zeitung und Fernsehen, denn Mitgliederrekrutierung war ihr oberstes Ziel. Irgendwelche Steuern wurde von der Sekte nicht erhoben, aber finanzierte sich fast ausschließlich aus Spenden und erworbenem Eigenkapital.
Sie lebten abgeschieden in ihrem luxuriösem Haus, das als Stützpunkt und Hauptzentrale, aber vorallem als Wohnstätte der Sektenmitglieder galt.
Da Sie glaubten, durch den Tod die Erlösung, uns somit durch die Transzendenz in den Weltraum entschwinden könnten (mit Hilfe von Außerirdischen), bereiteten sie sich alle auf den Selbstmord vor, den sie in der nacht vom 22. auf den 23. März auch durchführten, da sie hinter dem Kometen Hale-Bob ein verstecktes UFO vermuteten, daß sie in ihre neue Welt bringen sollte.
Sie wählten diesen Tag, da er als ihr erwartetes Zeichen interpretiert wurde. Es war Vollmond, eine Änderung der Mondlaufbahn stand bevor und der Komet Hale-Bob war der Erde am nähsten.
Sie schickten Videokasetten an ehemalige Mitglieder, in denen sie ihren Tod ankündigten. Den Videos legten sie einen Brief und zwei Disketten anbei. In einer Fernsehsendung erzählte Applewhite, daß der Tag ihres Verschwindens näher kommt, da auch er an unheilbarem Krebs leidete.
Sie starben in drei Gruppen, trugen Trauerkleidung und legten alle Ausweise neben sich, damit die Behörden auch gleich die Personen identifizieren konnten. Vorher scherten sie sich noch alle ihre Köpfe. Danach tranken Phenolbarbitale zusammen mit Apfelsaft und Wodka und stülpten sich eine Plastiktüte über, damit sie schnell erstickten. Die anderen bedeckten dann ihre Köpfe mit violetten Tüchern, in der Farbe der Buße in der christlichen Kirche.

2. Die Philosophie von Heaven’s Gate
Heaven’s Gates Philosophie war wie die meisten der Sekten eine Mixtur aus alten bekannten Religionen wie Christentum , Judentum und Islam als auch ein großer Anteil von New-Age Ideen. Doch das besondere an Heaven’s Gate war der Zusatz von Science Fiction Elementen. Dazu kommt dann noch der Glaube an die bevorstehende Apokalypse mit der “Ende ist nahe"- Sichtweise. Applewhite und Nettles erarbeiteten diese Doktrin und verbesserten sie ständig.
Für sie war der Körper ein nutzloser Behälter, den man zurücklassen muß, wenn die Außerirdischen kommen um seine Person ins Paradies zu bringen. Deshalb war für sie der Selbstmord nur ein positiver Übergang zu einem höheren Existenzniveau. Im Tod sahen sie erst das Leben. In Sexualität sahen sie etwas Schlechtes, da sie, um in das Königreich gelangen zu können erst ihre Menschlichkeit überwinden müssen. Deswegen haben sich auch sechs männliche Mitglieder kastrieren lassen.
Sie sahen das Paradies als “Kingdom Level Upon Human" an und meinten, daß Applewhite, der Gesandte dieses Königreiches sei, um die Menschen der Welt kurz vor deren Vernichtung für dieses Kingdom fertig zu machen. Applewhite und Nettles waren Außerirdische, die nur in einen Körper schlüpften und somit irdische Gestalt annahmen. Alle Christen und Juden aber besonders die “bösen" Lutheraner werden der Apokalypse zum Opfer fallen. Applewhite hatte den Sektennamen Do, sein ehemaliger Partner war Ti. Alle Sektenmitglieder bekamen solche Namen. In Jesus sahen sie einen vormals Gesandten des Königreiches, der den weltlichem System zum Opfer fiel. Man ist beriet für den Einzug ins Königreich, wenn man Sex, Drogen, Alkohol entsagt und keinen Kontakt zu Verwandten und Freunden hat, solange es nicht der Mitgliederrekrutierung dient


3. Die Mitglieder von Heaven’s Gate
Manche Mitglieder waren in dieser Sekte mehr als 20 Jahre. 28 folgten Applewhite und seinem Kult bis in den Tod. Sie alle freuten sich auf den Tod, weil er für sie ja die Erlösung bedeutete. Auf Videobändern zeigten sie all ihre Freude darüber, auch wenn man wahrnehmen konnte, daß nicht alle 100-prozentig mit dem Selbstmord einverstanden waren, aber trotzdem nicht davon abhalten wollten. Es konnte jeder frei gehen, es wurde keiner zurückgehalten.
Die Mitglieder entsprangen allen ethnischen und sozialen Gruppen Amerikas. Sie bildeten sich aus Armen und Reichen, sowie Farbigen und Weißen; Irgendwelche Grundvorraussetzungen mußte man nicht erfüllen, da jeder respektiert wurde. So war die Altersspanne zwischen 26 und 72 Jahren. Studenten, Arbeitslose, Arbeiter, Rentner bildeten diese Gruppe.
Das luxuriöse Haus war voll mit Postern von Außerirdischen und auch mit Bildern von Star Treck Raumschiff Enterprise, was die Sendung für die Anhänger schlechthin war. Star Trek und Star Wars waren ihre Kultfilme

4. Heaven’s Gates Gebrauch von neuen Medien
Doch das besondere an Heaven’s Gate ist der Gebrauch von neuester Technik um ihre Lehren und Ansichten zu verbreiten. Sie hatten mehrere Internetseiten und inserierten in Newsgroups. In Chat-Relays sprachen sie gezielt Leute an, um sie von ihrem Glauben zu überzeugen.
Unter http://heavensgatetoo.com vertrieben sie ihre Doktrin, ihre Thesen, die Message von der bevorstehenden Apokalypse und ihren bevorstehenden Suizid.

Warum nutzen Sekten das Internet:
- man kann hier alle Glaubensrichtungen antreffen
- im Internet herrscht freie Meinungsäußerung
- dort befinden sich viele Leute (Chat-Systeme, Newsgroups)
- Internet scheint für die Leute nicht real zu sein, deswegen lassen sie sich eher übers Internet von
diversen Ideen überzeugen

Warum Sekten Mitgliederzuwachs verzeichnen:
1. Ende des Kommunismus fast auf der ganzen Welt
-> Orientierungslosigkeit, Glaubensleere und Attraktivität der bestehenden Religionen fehlt
2. Freie Marktwirtschaft und freie Meinungsäußerung
-> kein Zwang von irgendeiner Seite, jeder darf frei handeln
3. Neue Techniken erwirken Mitgliederrekrutierung, da im Internet jeder gleich ist.


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